Lob und Tadel beim Spaziergang durch Schlüchtern mit dem Ortsbeirat

Zu einem Spaziergang durch die Schlüchterner Innenstadt hatten die Mitglieder des Ortsbeirats eingeladen. Zusammen mit vielen Interessierten hielt man oft an, hier vor dem Neuen Obertor. Foto: Gabriele Engelbert
Kinzigtal Nachrichten 11.08.2020
Von GABRIELE ENGELBERT
SCHLÜCHTERN
Wie groß das Interesse an Strukturen, Funktionen und Aussehen der Innenstadt ist, zeigte die rege Resonanz bei einem Stadtspaziergang. Dazu hatte die neue Ortsvorsteherin Vera Schiever-Ries den Ortsbeirat und Interessierte zum Ende der Sommerferien und vor der ersten Ortsbeiratssitzung eingeladen. Etwa 20 Interessierte, Ortsbeiratsmitglieder und Ortsvorsteherin trafen sich am Stadtplatz. Vera Schiever-Ries freute sich über die Teil-nehmenden: „So kann sich der neue Ortsbeirat gleich bekanntmachen“.
Am Stadtplatz herrschte sogleich kein Mangel an Gesprächsthemen. Springbrunnen und das Wasser seien beliebt bei Kindern und Erwachsenen, hieß es. Allerdings mangele es bei Hitze an Schatten, beispielsweise durch Planen oder mehr Bäume, da der Schatten der jungen Bäume nicht ausreiche. Insgesamt spazierten die Interessierten länger als eine Stunde durch die Innenstadt, ständig in lebhaften Gesprächen und Austausch in der Gesamtheit oder in kleineren Gruppen. Überall boten sich Themen an, denn an vielen Stellen der Stadt gibt es Neues zu sehen, zu kritisieren, zu loben, aber auch zu tadeln.
Vor der Mauer zum roten Platz des Hutten-Gymnasiums in der Straße Unter den Linden sollen Bänke aufgestellt werden, die noch geliefert werden müssen, wusste Schiever-Ries. Mehrfach zur Sprache kamen die guten Regeln, die es gäbe, die aber nicht genügend kontrolliert würden, so auf der Mauerwiese oder auch beim KuBe. Auf dem neuen Soccer-Feld werde oft bis fast Mitternacht Lärm gemacht, obwohl es eigentlich um 19 Uhr geschlossen werden sollte. Die Podeste in der Obertorstraße seien nicht einfach für Menschen mit Rollatoren und für Rollstuhlfahrer. Dort herrsche auch oft Lärm bis spät abends und der herumfliegende Müll störe besonders morgens das Stadtbild Ein „großes Problem“, so die Ortsvorsteherin und das Gremium, seien die fehlenden Parkplätze vielerorts. Es gehe auch nicht an, dass Anwohner zu ihren zugewiesenen Parkplätzen weit laufen müssten. Diese Situation sei vor allem hinter der Stadthalle unübersichtlich. Gut gelungen sei der Spielplatz des Kindergartens im KuBe, so die Spaziergänger. Auch der Anblick des Neuen Obertors wurde gelobt. Allerdings wurde das Maß der versiegelten Flächen davor wie auch vor der Polizeistation und an mehreren anderen Stellen der Innenstadt, kritisch angemerkt. Anderswo sei dies verboten. Die versiegelten Steinflachen würden besonders in den immer heißeren Sommern zusätzlich aufheizen und so das städtische Klima noch weiter verschlechtern und die Gesundheit belasten, meinten Teilnehmer.