Die Bürgerbewegung Bergwinkel hält es mit Friedrich dem Großen: Jeder soll nach seiner Façon selig werden. Das Recht queerer Menschen auf eine selbstbestimmte Lebensführung steht für uns nicht zur Debatte; Minderheiten stehen zu Recht unter dem besonderen Schutz des Grundgesetzes.
Gerade deshalb halten wir eine offene Benennung der Gefahrenlage für geboten. Der Anschlag am Rande des Berliner CSD am 25. Juli 2026, dem eine Frau zum Opfer fiel und bei dem über 30 Menschen verletzt wurden, wird von den Ermittlungsbehörden als islamistisch motiviert eingeordnet. Der islamistische Extremismus lehnt jene liberale Grundhaltung, für die der CSD zu stehen beansprucht, kompromisslos ab. Wir vermissen in den Verlautbarungen der Veranstalter die Bereitschaft, dies klar auszusprechen, statt Bedrohungen ausschließlich einer politischen Richtung zuzuordnen.
Vor diesem Hintergrund ist für uns nicht nachvollziehbar, dass über die Kundgebung auf dem Stadtplatz hinaus ein Demonstrationszug durch Schlüchtern stattfindet. Sicherheitslage und örtliche Verhältnisse hätten aus unserer Sicht eine Beschränkung auf die stationäre Veranstaltung nahegelegt.
Kritisch sehen wir zudem, dass der Magistrat – in Vertretung des Bürgermeisters durch Stadtrat Heil – ein Grußwort spricht. Die Stadt ist zur Zurückhaltung gegenüber politisch geprägten Veranstaltungen verpflichtet; ein Grußwort erweckt den Eindruck kommunaler Parteinahme.
Schließlich bitten wir die Stadt um Offenlegung der entstehenden Kosten, insbesondere für den Einsatz des Bauhofs und die Bereitschaft der Polizeistation Schlüchtern. Nach unserem Eindruck steht der Aufwand außer Verhältnis zum Anlass; belastbare Zahlen würden hier zur Versachlichung beitragen.
Der Schutz von Minderheiten bedeutet nicht, dass deren politische Positionen zum verbindlichen Maßstab für alle werden. Eine demokratische Gesellschaft braucht keine Gesinnungsprüfung, sondern die Bereitschaft, unterschiedliche Überzeugungen auszuhalten und kontrovers zu diskutieren.